
Wo wir zum Sprechen und zuhören einladen
Von Brandenburg bis Bayern – aktuelle Projekte, Kooperationen und Forschungsarbeiten rund um das Dialogformat
Die Unterstützung von „Tolerantes Brandenburg" ermöglichte im Jahr 2024 das Pilotprojekt „Gespräche von Mensch zu Mensch", in dessen Rahmen Mehr Demokratie e. V. das Sprechen & Zuhören Dialogformat zum ersten Mal in 32 kommunalen Dialogveranstaltungen erprobte und weiterentwickelte. Diese kommunalen Gesprächsräume führen wir auch 2025 und 2026 fort. Schon drei Brandenburger Kommunen haben losbasierte Sprechen & Zuhören Dialoge realisiert, bei denen sich nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit Politik und Verwaltung zu kommunalen Themen austauschen.
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Eine Ausweitung des Netzwerkes von Sprechen & Zuhören Moderatorinnen und Moderatoren auf Mecklenburg-Vorpommern startet im Frühsommer 2026 mit Hilfe einer Förderung durch Nordmetall-Stiftung. Eine Serie von Dialogveranstaltungen vor und nach den Kommunalwahlen hat zum Ziel, Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken.
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Seit März 2025 führen wir – gefördert von der Michael Otto Foundation for Sustainability – das Projekt Bürgerdialoge in Sachsen-Anhalt durch, um der gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken und Menschen bei Konfliktthemen wieder in einen konstruktiven Dialog zu bringen. Durch die Umsetzung von jährlich ca. 30 Bürgerdialogen und den Aufbau eines lokalen Netzwerks von Moderatorinnen und Moderatoren soll 2025 und 2026 die demokratische Resilienz gestärkt und das Vorhaben nachhaltig in der Region verankert werden.
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In Bayern und Baden-Württemberg sehen wir seit Jahrzehnten eine ausgeprägte Praxis direktdemokratischer Verfahren. Gleichzeitig beobachten wir einen wachsenden Bedarf an dialogischen, konsens- oder kompromissorientierten Herangehensweisen an Konflikte und Sachfragen vor Ort. Deshalb engagieren wir uns zusätzlich dafür, Dialoge mit Sprechen & Zuhören im Rahmen von kommunalpolitischen Gestaltungsprozessen durchzuführen. Entlang konkreter Sachfragen, über die es vor Ort zu entscheiden gilt, soll das konstruktive Miteinander und die Einbeziehung möglichst vieler Perspektiven gesteigert werden, um so zu befriedenden Ergebnissen zu kommen. Zwei Fortbildungen wurden im Jahr 2025 über das Bundesprojekt Miteinander Reden gefördert.
Ab 2026 setzen wir mit dem Projekt "Demokratiedialoge in niedersächsischen Bibliotheken" auf Bibliotheken als Orte des offenen Austauschs und der demokratischen Bildung. Gemeinsam mit öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken qualifizieren wir Mitarbeitende zu Demokratielotsinnen und -lotsen. Im Mittelpunkt stehen die erprobten Formate Sprechen & Zuhören sowie Demokratie-Fitness, die Menschen niedrigschwellig miteinander ins Gespräch bringen und demokratische Kompetenzen stärken. Ziel ist es, dialogische Angebote nachhaltig in Bibliotheken zu verankern und ihre Rolle als Orte gelebter Demokratie zu stärken. Das Projekt ist auch im Bibliotheksguide von Faktor D aufgeführt.
Weitere Informationen zum Hintergrund finden Sie hier.
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Im Mai 2026 startet in Meiningen und Hildburghausen eine besondere Veranstaltungsreihe im Sprechen & Zuhören-Dialogformat. Menschen erzählen von ihren Erfahrungen seit der Wende – und hören einander zu, auch wenn Perspektiven auseinandergehen. Neu in Thüringen ist der Tandem-Ansatz: Im Spätherbst treten Meiningen und Hildburghausen zusätzlich mit ihren westdeutschen Partnerstädten Neu-Ulm und Würselen in den Austausch zur Frage, wie die Wiedervereinigung jeweils erlebt wurde. So werden Perspektiven aus Ost und West miteinander verbunden. Das Projekt wird gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und wird in Kooperation mit dem VHS-Landesverband Thüringen realisiert.
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Forschung & Pionierarbeit
Warum reagieren Menschen in Krisensituationen wie sie reagieren? Warum kommt es zu Spaltungstendenzen? Das waren die Ausgangsfragen eines Forschungsprozesses, den Mehr Demokratie und das Pocket Project mit 350 Bürgerinnen und Bürgern im Frühjahr 2022 durchgeführt hat. Das Projekt ging davon aus, dass unverarbeitete Negativ-Erfahrungen in der Vergangenheit auch den Umgang mit aktuellen Konflikten und Krisen beeinflussen – und damit demokratierelevant sind. Im Rahmen der Forschung schrieben die Teilnehmenden an mehreren Stellen des Prozesses kurze Geschichten auf und bewerteten sie selbst. Eine Software zeigte anschließend, ob und wie sich Erzählungen und ihre Bewertung im Laufe des Prozesses verändern. Ein zentrales Ergebnis: Überwogen am Anfang des Prozesses in den Erzählungen „gemischte Gefühle“, von Distanz, Politikverdrossenheit bis zu Vertrauen und dem Wunsch nach gesellschaftlicher Mitgestaltung, waren bis zum Ende des Prozesses Vertrauen in die Selbstwirksamkeit, Mitgefühl und Mut zur Demokratieentwicklung entstanden. Mehr zu den weiteren Ergebnissen finden Sie hier.
Projektbericht
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